Starthilfe für Störche in Lindau

Stadtwerke Lindau unterstützen den BUND Naturschutz beim Nestbau für Störche

Lindau, 22. März 2017

„Seit Jahren beobachten wir, wie in den Nachbarlandkreisen Bodensee und Ravensburg Störche wieder zu brüten beginnen“, so Claudia Grießer, Geschäftsstellenleiterin des BUND Naturschutz in Lindau. Lange hat sie zusammen mit Ursula Sauter-Heiler von der unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Lindau und weiteren Mitstreitern nach einer Möglichkeit gesucht, den Störchen auch im Landkreis Lindau ein Nest anzubieten.

„Auch in der Stadt Lindau machen sich die Störche jedes Jahr mit lauten Klappergeräuschen bemerkbar“, so Silke Schielin, Mitglied beim BUND Naturschutz. „Wir konnten bisher jedoch nicht feststellen, dass sie hier in der Stadt einen geeigneten Platz für ihren Nestbau gefunden haben.“ Im Friedhof in Aeschach hat zwar letztes Jahr ein Storchenpaar in einer Fichte mit dem Nestbau begonnen, der Standort wurde aber nach kurzer Zeit von dem Paar wieder aufgegeben.

Das Storchenprojekt ließ alle Beteiligten jedoch nicht los. „Was die Wangener und Markdorfer schaffen, sollte doch auch in Lindau möglich sein“ resümiert die Biologin Grießer. Die zündende Idee: Auf einem Privatgrundstück ein „künstliches“ Storchennest als zukünftigen Standort für die Tiere anbieten. Dass die Idee nun Realität wird, ist dem Engagement der Familie Schielin, der Jugendgruppe vom BUND Naturschutz (BN), der unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes sowie den Stadtwerken Lindau zu verdanken.

„Störche sind baufaul und nehmen vorgefertigte Nester gerne als Starthilfe“, weiß Silke Schielin. Aus diesem Grund hat sie mit ihrer Familie ein Eisengestell geschweißt und es mit einem stabilen Boden versehen. Den dazugehörigen „Nestkranz“ – welcher als Starthilfe dient – flochten fünf Mädels und Buben vom BN unter Anleitung von Claudia Grießer aus Apfelzweigen und Weidenruten.

Um der Nisthilfe die notwendige Höhe und Stabilität zu geben, stellte das Team rund um Roland Schäfler von den Stadtwerken Lindau einen gebrauchten Holzmast von zehn Meter Höhe bereit, verankerten diesen fest im Boden und sorgen so für einen sicheren Stand des Masten. „Störche sind ein Indiz für eine intakte Umwelt“, freut sich Roland Schäfler. „Aus diesem Grund unterstützen wir gerne die Idee des Storchenprojektes und hoffen, dass die Störche diese Starthilfe annehmen.“

Normalerweise kehren die Störche Mitte April aus dem Süden zurück. Und Nahrung wäre rund um das neue Storchennest in Motzach ausreichend vorhanden. Denn die Tiere ernähren sich unter anderem von Würmern, Fischen, Nagetieren oder großen Insekten. „Wir hoffen, dass die Störche ihr neues Nest schon dieses Jahr beziehen, vielleicht interessiert sich ja besonders ein Jungstorchenpaar dafür, das erstmals ein eigenes Nest sucht“, so Claudia Grießer vom BUND Naturschutz.

 

Hoffen, dass das neue Storchennest bald von Meister Adebar angenommen wird.