Wasserwirtschaft ruft zu besserem Schutz der Trinkwasserressourcen in Deutschland auf

Um das Bewusstsein der Menschen für das Wasser als unsere Lebensgrundlage zu schärfen, wird am 22. März jährlich der Weltwassertag begangen. Dieses Jahr steht er unter dem Motto „Naturbasierte Lösungen für das Wasser“ (Nature for Water). Mit diesem Themenschwerpunkt wollen die Vereinten Nationen das Bewusstsein für die Wichtigkeit funktionierender Ökosysteme – unter anderem für unsere Trinkwasserversorgung – ins Bewusstsein rücken.

Deutschland ist ein wasserreiches Land: 188 Milliarden Kubikmeter Süßwasser stehen der Bevölkerung in Deutschland zur Verfügung. Davon werden nur drei Prozent für die Trinkwasserversorgung genutzt. Was bei uns in einer hervorragenden Qualität aus dem Wasserhahn sprudelt, ist in anderen Ländern nicht selbstverständlich. „Bei uns in der Region ist der wichtigste Trinkwasserlieferant der Bodensee, eines des bestüberwachten Gewässer weltweit. Aus 60 Metern Tiefe pumpen wir das Wasser zur Aufbereitung in unser Seewasserwerk Nonnenhorn – und bekommen eine hervorragende Wasserqualität für Bürgerinnen und Bürger“, erklärt Georg Gewinner, bei den Stadtwerken Lindau zuständig als Leiter Bau und Betrieb für den Bereich Wasser.

 

„Damit das so bleibt, müssen wir unsere Wasserressourcen besser schützen. Das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, sagt Thomas Gläßer, Geschäftsführer der Stadtwerke Lindau anlässlich des Weltwassertages. Trotz aller technischer Möglichkeiten zur Beseitigung unerwünschter Stoffe aus den Gewässern muss die Vorsorge im Mittelpunkt stehen: „Stoffe, die gar nicht erst in die Gewässer gelangen, müssen auch nicht mit großem Aufwand entfernt werden. Die neue Bundesregierung sollte unseres Erachtens dringend das Vorsorge- und Verursacherprinzip konsequent durchsetzen. Dazu gehört beispielsweise, die Hersteller und Anwender von gefährdenden Stoffen in die Pflicht zu nehmen“ fordert der Stadtwerke-Chef.

 

Aber auch wir als Verbraucherinnen und Verbraucher können unseren Teil dazu beitragen, um die Trinkwasserressourcen zu schützen: Reste von Lösungsmittel, Pflanzenschutzmittel, Fotochemikalien, Kosmetika, Holzschutzmitteln sowie Batterien, Farben und Lacke gehören beispielsweise in den Sondermüll. „Man sollte schon beim Einkauf überlegen, ob es nicht umweltfreundlichere Alternativen gibt, beispielsweise lösemittelfreie Farben oder wiederaufladbare Akkus. Medikamente können bei Schadstoffsammelstellen oder in Apotheken abgegeben werden. Auf keinen Fall gehören Medikamente in die Toilette oder in den Ausguss“, betont Georg Gewinner.