Wenn andere schlafen sind WIR! hellwach - Die Bereitschaft der Stadtwerke: Tag und Nacht für Sie im Einsatz

Störungen und Ausfälle kennen weder Tageszeit noch Wochentag. Sie kommen oft unerwartet und stets ungelegen. Im Netz der Lindauer Stadtwerke passiert das selten. Und wenn, dann kommt schnell Hilfe. Aus diesem Grund bieten die Stadtwerke 24-Stunden-Bereitschaftsdienst, der die Menschen im Netzgebiet in Notfällen nicht alleine lässt. Die Mitarbeiter der Stadtwerke sind an 365 Tagen im Jahr – 24 Stunden täglich erreichbar. Innerhalb kürzester Zeit sind Monteure und Techniker vor Ort, um Störungen schnellstmöglich zu beseitigen und für Sicherheit zu sorgen. Nachteinsätze gehören da ganz selbstverständlich dazu. Leitstelle und Störungsbereitschaftsdienst sind rund um die Uhr besetzt und über Telefon zu erreichen.

Sie sind außerhalb der regulären Arbeitszeiten gefragt, wenn die Lindauer ein Problem mit Gas, Wasser, Strom oder Telekommunikation haben: die Männer vom Bereitschaftsdienst der Lindauer Stadtwerke. Insgesamt wechseln sich bei Stadtwerken und der Telekommunikation Lindau rund 35 Männer in der Bereitschaft wöchentlich ab. Vermutlich gibt es wenig Betriebe, in denen so viel geballte Erfahrung im Bereitschaftsdienst zusammen kommt: Der größte Teil des Teams ist seit über 25 Jahren dabei. Der Dienst geht dabei immer von Freitagmittag bis zum darauf folgenden Freitagmittag. Im Strom und Gas sind es jeweils zwei Personen, im Seewasserwerk, bei der Telekommunikation und in der Leitstelle hat immer ein Mann Bereitschaft.

Sitz- und Rufbereitschaft

Bei den Stadtwerken handelt es sich bei der Leitstellen-Bereitschaft um eine sogenannte „Sitzbereitschaft“, die den ständigen Aufenthalt des Bereitschaftlers in der Nähe des Überwachungscomputers verlangt. Alle anderen haben „Rufbereitschaft“, d. h. der Mitarbeiter kann sich in Lindau frei bewegen, muss aber reagieren, sobald der Alarm runtergeht. Über die zentrale Störungsstelle, in der alle Anrufe und Störungen dokumentiert werden, wird eine Störung auf das jeweilige Bereitschaftshandy und den Funkempfänger übermittelt. Viele Störungsfälle können von der Leitstelle aus geregelt werden, etwa durch eine Umschaltung des Stroms. Auf seinem Display überblickt der Kollege der Netzleitwarte alle Leitungen und Umschaltungen, Ausfälle und Störungen. Von den 180 Trafostationen der Stadtwerke sind 15 „fernsteuerbar“, das heißt, der Mitarbeiter in der Netzleitwarte kann sie von der Leitstelle aus schalten bzw. umschalten.

Innerhalb von spätestens 30 Minuten

Manchmal genügt es auch, eine Sicherung in einem Stromverteiler auszuwechseln, damit in einem Straßenzug die Lichter wieder brennen. Ernster wird es bei Unfällen, bei denen Gebäude oder Fahrzeuge unter Stromspannung geraten könnten, bei denen Gas- oder Wasserleitungen beschädigt wurden, kurz Situationen, in denen möglicherweise Gefahr für Leib und Leben besteht: Ein Baum stürzt beim Sturm in eine Freileitung, ein Auto rast in eine Trafostation oder Leitungen werden bei Tiefbauarbeiten vom Bagger beschädigt. Der bereitschaftshabende Techniker muss in einem Zeitraum von spätestens einer halben Stunde vor Ort sein. Bei einem Einsatz der Feuerwehr beurteilt der Einsatzleiter die Lage und entscheidet, ob die Bereitschaft der Stadtwerke benachrichtigt wird. Entscheidet er sich dafür, geht die Alarmierung wieder über die Integrierte Leitstelle in Kempten und von dort an die Stadtwerke-Störungsstelle. Von dort aus werden dann die Lindauer Bereitschaftler alarmiert. Anhand der Angaben der Kollegen und dem Umfang des Unglücks entscheidet der Stadtwerke-Mitarbeiter, ob der zweite Bereitschafler zur Unterstützung angefordert werden muss.

„Sicherheit steht bei uns über allem“ sagt Hans Peter Klesel, Leiter des Bereiches Netze und Anlagen, „im Ernstfall muss alles wie am Schnürchen sitzen, jeder Handgriff passen, es muss schnell gehen und der Kopf muss kühl bleiben, das geht nur, wenn regelmäßig geschult und trainiert wird“.

„Die Verantwortung ist groß“ sagt Roland Schäfler, aktiver Bereitschaftler aus der Strom-Sparte, und das seit nunmehr 33 Jahren. „In den ersten Jahren hat mir das schon manchmal gestunken, dass alle Kumpels am Wochenende Party gemacht haben, während ich stets in Hörweite des Piepsers und völlig nüchtern bleiben musste. Aber daran gewöhnt man sich schnell. Ich könnte aber auch ohne Bereitschaftsdienst leben – es würde mir nicht langweilig werden“ gibt der Elektro-Meister ehrlich zu. 80 Prozent seiner Bereitschaftskollegen sind mindestens zwanzig Jahre dabei und Schäfler schwärmt von einer Supertruppe und einem bestens eingespielten Team: „Wir helfen uns und tauschen oder übernehmen gegenseitig die Dienste, wenn privat was ansteht oder dazwischen kommt. Es ist ein super Gefühl, dass man sich auf die anderen hundertprozentig verlassen kann. Bei größeren Einsätzen kommt es immer wieder vor, dass auch Kollegen, die gar keine Bereitschaft haben, auf einmal zur Unterstützung parat stehen.“

Unsere perfekten Einsätze

Seit 30 Jahren ist Georg Gewinner beim Bereitschaftsdienst für Gas und Wasser dabei – „die Bereitschaft hat mich auf meinem Weg begleitet“. Im Bereich Gas kommt es zu den meisten Fehlalarmen – denn hier entscheidet die subjektive Wahrnehmung des Riechens über einen Alarm. Für Fachfremde ist das schwierig zu beurteilen – aber es gilt auf jeden Fall: Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig alarmiert werden. „Ich bin froh und glücklich“ so fasst es Gewinner zusammen, „dass es in all den Jahren keine schrecklichen Katastrophen gegeben hat. Ich bin mir sicher, dass unsere perfekten Einsätze dabei eine große Rolle spielen“.

Spitzenplatz bei Versorgungssicherheit

Die Lindauer können sich auf die Zuverlässigkeit ihrer Energie- und  Wasserversorgung verlassen. Die Versorgungssicherheit ist im gesamten Lindauer Netzgebiet höher als in andern Netzgebieten Deutschlands. Das bestätigt die Störstatistik der Bundesnetzagentur. „Wir haben als regionaler Netzdienstleister einen riesigen Vorteil vor den Branchenriesen: Wir kennen die Standorte genau und sind somit schneller vor Ort. Guter Service und Kundennähe sind die Stärken regionaler Netzdienstleister und Versorger“, so Hans-Peter Klesel. „24 Stunden am Tag an 365 Tagen im Jahr ist auf die Stadtwerke Verlass“.

manu/Fotos: Stadtwerke Lindau/manu

Eine Super-Truppe mit viel Erfahrung: das Bereitschaftsteam der Lindauer Stadtwerke