„Wir wollen gut zusammenarbeiten, damit nichts passiert und die Qualität stimmt“

Im Bezirks-Installateur-Ausschuss pflegen Stadtwerke, Installateure und Kaminkehrer einen lebhaften Austausch. Die Neuauflage der „Technischen Anschlussbedingungen Gas und Wasser (TAB)“ der Stadtwerke Lindau stand unter anderem auf der Agenda der jüngsten Bezirks-Installateur-Versammlung. Versorgungstechnik bis zum Hausanschluss ist immer Sache des Netzbetreibers, was im Haus ver- und eingebaut wird, darum kümmert sich der Installateur. Der Schornsteinfeger prüft dann regelmäßig, ob Heizungsanlagen energieeffizient und emissionsarm arbeiten und die Umwelt möglichst wenig belasten.

„Sicherheit und Qualität sind uns bei der Versorgung mit Gas und Wasser das Wichtigste“ betont Tobias Ederer, Leiter des Bereiches Netze und Anlagen für Gas, Wasser und Wärme bei den Stadtwerken Lindau. Die Stadtwerke bauen und unterhalten als Netzbetreiber sämtliche Infrastruktur für die Versorgung der Bevölkerung mit Gas und Wasser. Wer sich an das öffentliche Netz anschließen will, der muss sich an Regeln halten, die in eben den TABs niedergeschrieben sind und darüber informieren, was zu beachten ist. Die technischen Anschlussbedingungen für den Bereich Strom wurden im Herbst letzten Jahres bereits aktualisiert.

Schon seit über 30 Jahren treffen sich die Stadtwerke Lindau mit gewählten Vertretern aus den Gas- und Wasser-Installateur-Betrieben und dem Bezirks-Kaminkehrermeister zum Informations- und Erfahrungsaustausch. „Und das hat sich bewährt, weil dadurch Verständnis füreinander und eine fruchtbare Zusammenarbeit entstanden ist“ sagt Georg Gewinner, Leiter Bau und Betrieb des Bereichs Netze und Anlagen bei den Stadtwerken. Er ist ein Mann der ersten Stunde: Schon bei der ersten Versammlung im Jahre 1985 war er mit dabei und natürlich ist er derjenige, der an der Schnittstelle Netz/Haus ständig Kontakt mit Installateur-Betrieben hat.

Die Reihenfolge der To-Dos ist immer gleich

Die Aufgabenverteilung aller Beteiligten und die richtige Reihenfolge der To-Dos ist immer gleich: Beim Neubau eines Gebäudes beispielsweise prüfen die Stadtwerke zunächst anhand des Lageplans und des Grundrisses, wie die Haus-Anschlüsse erfolgen können. Anschließend erhalten die Bauherren von den Stadtwerken ein Angebot mit der Beschreibung der Leistungen und den Preisen. Wenn die Aufträge unterschrieben sind, realisieren die Netzmeister der Lindauer Stadtwerke nach Terminabsprache mit den Bauherren den Hausanschluss. Der vom Bauherr beauftragte Installateur informiert den Energieversorger, sobald die Kundenanlage fertig gestellt ist. Abschließend müssen noch Verbrauchszähler eingebaut werden – danach kann die Energie- und - Wasser-Belieferung beginnen.

Was sich ganz einfach anhört, kann ganz schöne Schwierigkeiten mit sich bringen. Dann nämlich, wenn sich Beteiligte nicht an die Regeln halten oder zu kleine Hausanschlussräume geplant werden. „Früher hatten unsere Technischen Anschlussbedingungen vier Seiten, heute zehn, weil wir zum besseren Verständnis auch Skizzen und weitere Erklärungen aufgenommen haben,“ erklärt Tobias Ederer. „Es wird den Sicherheitsanforderungen einfach nicht gerecht, wenn der Gashahn zugebaut wird, drum sind wir jetzt sehr konkret geworden“.

Klar, deutlich und einfach...

Überhaupt bemühen sich die Stadtwerke konsequent, klar und deutlich zu kommunizieren, was zuletzt auch zur Einrichtung einer eigenen Netz-Homepage geführt hat. „Anmeldungen, Anträge und Formulare müssen für alle Installateure, einfach zu handlen sein“ sagt Birsen Arslan, die neue Leiterin Messstellenbetrieb der Stadtwerke Lindau. Bis zur anstehenden Installateurs-Versammlung im Oktober mit allen Vertrags-Installateuren nehmen die Stadtwerke als Hausaufgabe die Prüfung einfachster Informations-Datenübertragungen, beispielsweise per Handy-App, mit. Bei der kommenden großen Oktoberversammlung sollen dann auch die neuen Anschlussbedingungen präsentiert und erläutert werden, außerdem sind Vorstellungen von Zählergeräten und dem Netzgebiet ganz allgemein geplant. Dass die aktuellen technischen Regeln in unserem Versorgungsgebiet unbedingt eingehalten werden, das wünschen sich alle Ausschussmitglieder. Technische Regeln sind Empfehlungen und technische Vorschläge, vornehmlich auf dem Gebiet des Arbeits- und Gesundheitsschutzes, die einen Weg zur Einhaltung eines Gesetzes, einer Verordnung oder eines technischen Ablaufes anbieten. Technische Regeln können im Rahmen von Technischen Baubestimmungen Gesetzeskraft erhalten.

Werden diese Empfehlungen eingehalten, ist in der Regel davon auszugehen, dass eine Anlage dem Stand der Technik entsprechend betrieben wird und damit alles getan wurde, um Betriebsstörungen zu vermeiden. Die aktuellen technischen Regeln konnten bislang als „Stand der Technik“ angesehen werden, weil sie einer permanenten Anpassung an den technischen Fortschritt unterlagen. Um weiterhin den Stand der Technik einzuhalten, müssen weitere Vorschriften wie EU-Richtlinien, EN-Normen, Empfehlungen von Verbänden - beispielsweise  des Vereins Deutscher Ingenieure, des Verbandes der Elektrotechnik oder der Arbeitsgemeinschaft Industriebau sowie Informationen der Berufsgenossenschaften und sonstige Leitlinien herangezogen werden. Da die Möglichkeit, die Arbeitssicherheit zu gewährleisten, über verschiedene Ansätze erreicht werden kann, wird der Vorgang in einer sogenannten Gefährdungsbeurteilung beschrieben.

"Wir sitzen in einem Boot"

„Wir müssen dafür Sorge tragen, dass die Menschen aktuell informiert sind“ ist sich Tobias Ederer der Verantwortung als Netzbetreiber bewusst. „Wir möchten in Zukunft jährliche Unterweisungen nicht nur für unsere eigenen Mitarbeiter, sondern auch für die Monteure unserer Installateur-Partner anbieten“, kündigt Ederer an und rennt bei den anwesenden Fachbetrieben mit diesem Vorschlag offene Türen ein. „Wir merken“, so einer der anwesenden Handwerksmeister, „dass immer mehr fremde Wettbewerber auf den Markt drängen, von denen man nicht weiß, was sie verarbeiten, mit welchem Werkzeug sie unterwegs sind oder welche Ausbildung die Mitarbeiter haben. Billiganbieter, die manches anders sehen als wir…“. „Wir als Stadtwerke haben die Aufgabe, die Firmen, die in unserem Netzgebiet arbeiten, durch Nachweise und Kontrollen vor Ort stichprobenartig zu überprüfen“, so Ederer weiter. Auch diese Maßnahme begrüßen die anwesenden Installateure im Interesse des Betriebes von Kundenanlagen.

„Wir Installateure und die Stadtwerke sitzen in einem Boot“ fasst Georg Raaf das Verhältnis zusammen. „Damit ein Haus optimal angeschlossen und anschließend auch versorgt wird, dafür ist es wichtig, dass man sich kennt und vertraut, dass man fair zusammenarbeitet und die gleiche Sprache spricht“. Alle sind sich am Ende einig „Richtig gut aufgehoben ist der Kunde beim regionalen Energieversorger und seinen Installateur-Vertragspartnern vor Ort“. (manu)

Viele Informationen über das Netz der Stadtwerke Lindau und die Installateurverzeichnisse

finden Sie unter www.sw-lindau-netz.de

Kompetenz und gegenseitiges Vertrauen kennzeichnet den Bezirks-Installateur-Ausschuss: Von links nach rechts: Peter Fechner, Georg Gewinner, Tobias Ederer, Jan Coenen, Max Daiber, Georg Raaf und Birsen Arslan.