100 Jahre Stromlieferung an die Stadtwerke Lindau

Am 22. Juni 1915 begann die Stromlieferung der Vorarlberger Kraftwerke AG (damals: Elektrowerke Jenny & Schindler OHG) an die Stadtwerke Lindau (damals: Städtische Elektrizitäts- und Gaswerke Lindau). Eine erfolgreiche Partnerschaft, die mit dem heurigen Jahr seit 100 Jahren besteht. Diesen Anlass nutzten die Verantwortlichen der beiden Unternehmen für einen Festakt im Badehaus des Seehotels am Kaiserstrand.

Helmut Mennel, Vorstandsmitglied der Vorarlberger Kraftwerke AG (VKW) und Klaus Steiner, Geschäftsführer der Stadtwerke Lindau GmbH würdigten in ihren Statements die hohe Qualität dieser langjährigen Partnerschaft über die Grenzen hinaus. Von Seiten des Landes übermittelte Landesrat Erich Schwärzler ebenso Grußworte wie der Lindauer Oberbürgermeister Gerhard Ecker. Den historischen Hintergrund erläuterte Karl Dörler von der VKW in einem kurzweiligen Vortrag. Als Zeichen der Wertschätzung überreichte Helmut Mennel seinem Lindauer Kollegen eine historische Glühlampe, wie sie vor hundert Jahren zum Einsatz kam.

Hintergrund

Im Jahr 1901 gründete Friedrich Wilhelm Schindler die Elektrowerke Jenny & Schindler OHG – den Vorläufer der heutigen Vorarlberger Kraftwerke AG. Über dieses Unternehmen wollte der Elektropionier größere Projekte im Bereich Elektrizitätswirtschaft finanzieren. 1904 erwarb er Pläne für ein Wasserkraftwerk in Andelsbuch, die er mithilfe des Wasserbauingenieurs Gabriel Narutowicz verwirklichte. Jenny & Schindler benötigten für das damals leistungsfähigste Wasserkraftwerk der Welt entsprechende Abnehmer. Mit dem ersten Weltkrieg brach der Stromabsatz jedoch immer weiter ein.
Die Städtischen Elektrizitäts- und Gaswerke Lindau hingegen erzeugten Stadtgas und Strom mithilfe von Kohle. Diese Ressource wurde zur Zeit des Krieges allerdings immer mehr benötigt und damit schwer erschwinglich. Schindler, der schon zum damaligen Zeitpunkt die bekannte Villa Leuchtenberg in Lindau mit der wohl ersten transnationalen Stromleitung versorgte, hatte die zündende Idee: die Versorgung der Stadt Lindau über die Staatsgrenze hinweg. 1924 festigten die Stadt Lindau und die VKW ihre Zusammenarbeit mit einem neuen Vertrag sowie durch eine finanzielle Beteiligung Lindau am Gampadelswerk im Montafon und an der neuen Hochspannungsleitung von dort zum Bodensee. Das neue Umspannwerk in der Lindauer Auenstraße – dem heutigen Sitz der Stadtwerke – wurde über eine eigene Leitung angeschlossen./cb/vkw

Der Strom für den Bayerischen Nachbarn wird über den Pfänder geliefert./vkw