Die Stadtwerke senken den Strompreis zum 01.01.2015

Gute Nachricht für Kunden der Stadtwerke Lindau: Trotz eines Rekordniveaus von staatlichen Belastungen am Strompreis für Haushaltskunden können die Stadtwerke die Strompreise ab dem 01.01.2015 senken.

„Die Senkung der staatlich verursachten Preisbestandteile fiel deutlich geringer aus als erwartet. Es ist uns aber möglich, die mit der Energiewende verbundenen, preissteigernden Effekte mehr als auszugleichen. Wir verfolgen beim Einkauf von Strom Strategien, um die Einkaufskosten im Sinne unserer Kunden so niedrig wie möglich zu halten. Die Börsenstrompreise haben sich in der letzten Zeit ebenso günstig entwickelt wie die Förderkosten für Erneuerbare Energien mit der EEG-Umlage 2015. Gegenläufige Trends sind gestiegene Kosten bei anderen staatlich vorgegebenen Steuern, Abgaben und Umlagen sowie Kosten für den Vertrieb und den Energiehandel. Dazu gehören im Vertrieb gestiegene IT- und Personalkosten, die sich aus der Umsetzung der staatlich geforderten Entflechtung zwischen Vertrieb und Netz ergeben. Weiterhin wirken sich die neuen Regelungen zur Finanz- und Energiemarktregulierung kostensteigernd auf den Energiehandel aus. Im Ergebnis ist es uns möglich, die Strompreise um 0,40 Cent zu senken“, sagt Klaus Steiner, Geschäftsführer der Stadtwerke Lindau. Bei einem Jahresverbrauch von 3.000 Kilowattstunden (kWh) entspricht das einer Ersparnis von 12 € je Kunde. „Wir werden weiter daran arbeiten, dass unsere Kunden aus unterschiedlichen, attraktiven Produkten wählen können und zuverlässig mit Strom versorgt werden“, so Steiner weiter. Der Gaspreis bleibt derzeit konstant.

Am 15. beziehungsweise 20. Oktober haben die vier Übertragungsnetzbetreiber die für das Jahr 2015 geltende EEG-Umlage, die Umlage für abschaltbare Lasten, die Offshore-Haftungsumlage sowie die Umlage auf den Strompreis nach Paragraph 19 Abs. 2 der Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV) veröffentlicht. Am 24. Oktober 2014 haben die Übertragungsnetzbetreiber die noch offene KWK-Umlage bekannt gegeben. Die KWK-Umlage wird im Jahr 2015 für Kunden mit einem Jahresverbrauch bis 100.000 kWh 0,254 ct/kWh betragen. Damit erhöht sich die Umlage in 2015 um 0,076 ct/kWh. Dies resultiert unter anderem daraus, dass vor Inkrafttreten des EEG 2014 noch vermehrt KWK-Anlagen im Rahmen des Eigenverbauchs in Betrieb genommen worden sind.

Mit der Veröffentlichung der Umlagen liegen die für die Vertriebe notwendigen Zahlen vor, die sie im Rahmen ihrer Preiskalkulation für das Jahr 2015 berücksichtigen müssen. Lieferanten haben bei der Anpassung und Veröffentlichung ihrer Strompreise zudem die Vorgaben aus der novellierten Grundversorgungsverordnung Strom (StromGVV) zu beachten, die mit ihrer Veröffentlichung im Bundesanzeiger jetzt in Kraft getreten ist. Die Neuregelungen sehen unter anderem vor, dass bei

sinkenden staatlich induzierten Preisbestandteilen eine verpflichtende Neusaldierung des Grundversorgungspreises vorzunehmen ist. Die staatlich und regulatorisch gesetzten Preisbestandteile müssen in den geltenden Allgemeinen Preisen der Grundversorgung gesondert ausgewiesen und im Internet veröffentlicht werden.

Die staatlichen Belastungen auf den Strompreis für Haushaltskunden sind nach Angaben des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) im Jahr 2014 auf das Rekordniveau von 52 Prozent gestiegen. Die staatlich vorgegebene Umlage zur Förderung Erneuerbarer Energien (EEG-Umlage) wird im kommenden Jahr bei 6,17 Cent je Kilowattstunde liegen. Trotz dieser positiven Entwicklung summieren sich die Belastungen aus der EEG-Umlage der vergangenen Jahre für die Kunden weiter auf: von 20,4 Milliarden Euro im Jahr 2013 auf voraussichtlich 23,7 Milliarden Euro im Jahr 2014. Im Jahr 2015 wird die Umlagesumme zur Förderung des Ausbaus der Erneuerbaren Energien nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) insgesamt voraussichtlich 21,8 Milliarden Euro betragen.

Auch die Kosten für die Stromnetze steigen wegen des Umbaus unseres Energieversorgungssystems an: Aufgrund des starken Wachstums der Erneuerbaren Energien müssen die Übertragungs- und Verteilernetze massiv aus- und umgebaut werden. So können die Anlagen, die Strom aus Erneuerbaren Energien liefern, an das Netz angeschlossen werden. Diese Kosten, die von der Regulierungsbehörde genehmigt werden, machen sich in den Netzentgelten bemerkbar. Der durchschnittliche Anteil der Netzentgelte am Strompreis eines Haushaltskunden liegt derzeit bei etwa 23 Prozent. Dieser Anteil kann aber aufgrund der regionalen Unterschiede stark variieren.

Die Gesamtbelastung der staatlichen Steuern, Abgaben und Umlagen bei Strom (EEG-Umlage, Stromsteuer, KWK-G-Umlage, §19-Umlage, Offshore-Umlage, Umlage Abschaltbare Lasten) für die Verbraucher wird 2015 nach ersten Schätzungen des BDEW (Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft) bei 33 Milliarden Euro liegen (2014: 34,5 Mrd. Euro).