Ein Meilenstein in der kommunalen Energieversorgung

Borkum / Lindau - Johannes Remmel, Minister für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, hat am 1. September gemeinsam mit Trianel und den 33 beteiligten Stadtwerken den Trianel Windpark Borkum in Betrieb genommen. Auch die Stadtwerke Lindau sind an dem Projekt beteiligt und zeigen damit Verantwortung für den Klimaschutz und haben in die Energieversorgung von morgen investiert. Insgesamt haben sich fünf Energieversorger aus Süddeutschland an dem Projekt beteiligt. Als kommunale Pionierleistung ist der Windpark ein Zeugnis dafür, dass Klimaschutz und Energiewende gemeinsam und über alle Landesgrenzen erfolgreich realisiert werden können“, so Remmel.

Vor den 150 Gästen der Inbetriebnahme-Veranstaltung betont Sven Becker, Sprecher der Geschäftsführung der Trianel GmbH: „Die Energiewende macht ein kommunales Engagement auch außerhalb der eigenen Stadtgrenzen notwendig. Unabhängig von Landeszugehörigkeit und Unternehmensgröße haben alle 33 beteiligten Stadtwerke Innovationsgeist gezeigt und gemeinsam mit Trianel einen weiteren Meilenstein in der kommunalen Energieversorgung gelegt.“

Der Baubeginn für den rund 45 Kilometer vor der Küste Borkums gelegenen Windpark mit 40 Windenergieanlagen startete mit der Errichtung der Fundamentstrukturen und dem Setzen der Tripods im September 2011. Im Juli 2013 begann die Endmontage der 40 Windräder vom Typ AREVA Wind M5000-116. Innerhalb von knapp elf Monaten wurden alle Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 200 Megawatt errichtet. Durch die mehrfache Verschiebung der Netzanbindung durch den Übertragungsnetzbetreiber verzögerte sich allerdings der geplante Bauablauf. „Auch in kritischen Phasen haben die Gesellschafter aus Deutschland, Österreich, den Niederlanden und der Schweiz zusammengestanden und das Nordseeprojekt ermöglicht“, erklärt Klaus Horstick, Geschäftsführer der Trianel Windkraftwerk Borkum GmbH & Co. KG.

Erleichtert zeigte sich auch Klaus Steiner, Geschäftsführer der Stadtwerke Lindau. „Wir haben als Stadtwerke bereits unseren gesamten Strombezug auf Ökostrom umgestellt und bürgerfinanzierte Photovoltaikanlagen auf den Weg gebracht, aber für einen weiteren Beitrag zur Energiewende durch Investitionen in Windkraft im regionalen Umfeld fehlen einfach die Rahmenbedingungen.“

Der Vorteil von offshore Windkraftanlagen liegt in der gleichmäßig hohen Windverfügbarkeit. Auf Basis der erwarteten rund 4.000 Vollbenutzungsstunden wird der Trianel Windpark Borkum über 800 Gigawattstunden Strom produzieren und kann somit rechnerisch rund 200.000 Haushalte mit umweltfreundlichem Strom versorgen. Der Lindauer Anteil ist verhältnismäßig überschaubar und beträgt 1,76 Megawatt. Rein rechnerisch gehört den Stadtwerken Lindau damit 35% von einer der 40 Windenergieanlagen. „Nachdem der Windpark nach umfangreichen Tests  jetzt dauerhaft in Betrieb gegangen ist, gehen die Stadtwerke auch von dauerhaft verlässlichen Einnahmen aus. Der mit dem Nordseewind erzeugte Strom  wird zu festgelegten Vergütungssätzen nach dem Erneuerbare Energien Gesetz“ vergütet.

Lindau trifft Borkum: Der Trianel Windpark Borkum wurde in Betrieb genommen