"Hilf Dir selbst, dann hilft Dir die TKLi" - Niederstaufener haben beim Breitbandausbau selbst Hand angelegt

Es ging um 600 Meter Leerrohrverlegung für den Breitbandausbau: Um die Produkte der Familie Kabel Allgäu, also schnelles Internet, Telefon und HD-TV zu bekommen, fehlte den Niederstaufenern die Verbindung von der bestehenden VKW-Leitung am Ortsrand bis in den Ortskern zur Übergabestation.

Bei der Lindauer TKL stand Niederstaufen in diesem Jahr noch nicht auf dem Zettel und die Niederstaufener mussten auf einen späteren Zeitpunkt vertröstet werden. „Wir können alle Westallgäuer Gemeinden an die Hauptleitung unseres Glasfasernetzes anschließen“ berichtet Norbert Eckart, Leiter des Bereiches Telekommunikation bei der TKLi, „aber leider nicht gleichzeitig und leider nicht sofort. Wir müssen Synergien abwarten und Wirtschaftlichkeitsberechnungen anstellen“. „So lange wollen wir nicht warten“ dachte sich Norbert Kurzemann und wurde mit fünf weiteren Niederstaufenern selbst aktiv. „Wir hatten die Nase echt voll davon, ewig warten zu müssen, bis sich eine Internetseite aufbaut“. Und natürlich ist es ein gewaltiger Unterschied, ob Daten mit 30 Mbit, die nach dem Anschluss ans Glasfasernetz möglich sind oder nur mit 600 bis 900 KB übertragen werden. 240 Haushalte können in Niederstaufen jetzt versorgt werden.

Der „zusammengewürfelte Haufen“ hatte dabei viel Verständnis für die TK Lindau: „Klar können die nicht überall gleichzeitig anfangen und natürlich müssen die sich nach der Wirtschaftlichkeit richten“ weiß Kurzemann. Er weiß aber auch, wie lange der Weg von Fördergeldern des Landes bis in eine kleine Gemeinde wie Niederstaufen sein kann, und suchte lieber selbst nach einer pragmatischen Lösung. Mit den Grundstücksbesitzern ging alles reibungslos und die Zusammenarbeit mit der TKLi funktionierte ebenfalls blendend. Und an den zwei Tagen, an denen Hand ans Feld gelegt wurde, da flutschte dann alles großartig: Hervorragende Leute, der Boden zum Aufbaggern ideal und das Wetter prima. „Das hat richtig Spaß gemacht“. Für den Elektrotechnikmeister ist damit aber noch nicht Schluss: Fünf Telekom-Schränke könnten in Niederstaufen insgesamt angeschlossen werden, und da wollen die Niederstaufener in den nächsten Jahren dran bleiben und für schnelles Internet weiterbuddeln. Denn „egal wie weit draußen man wohnt, Internet gehört heutzutage einfach zu jedem Haushalt dazu“.

manu

Buddeln für schnelles Internet: In Niederstaufen wurden Bürger selbst aktiv.