Stadtwerke-Geschäftsklima verschlechtert sich erneut

Berlin, 01.12.2014. Die Mitgliedsunternehmen des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) blicken mit Sorge auf die gegenwärtigen energiepolitischen Herausforderungen. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des VKU unter seinen Mitgliedsunternehmen. „Das Geschäftsklima unter den Stadtwerken in Deutschland hat sich 2014 erneut verschlechtert“, sagt VKU-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck. „Die Stadtwerke wollen sich in puncto Versorgungssicherheit und Klimaschutz stärker engagieren, brauchen hierfür aber die passenden energiepolitischen Rahmenbedingungen.“

Die VKU-Umfrage unter den Geschäftsführern kommunaler Energieversorger macht deutlich, dass aus Sicht der Stadtwerke dringender politischer Handlungsbedarf besteht. Demnach gehen 61 Prozent der befragten Stadtwerke davon aus, dass sich die wirtschaftliche Lage ihres Unternehmens zukünftig verschlechtern wird – gegenüber der Umfrage aus 2013 ein weiterer Anstieg von zehn Prozent. Reck: „Alarmierend ist, dass sich unter den jetzigen Bedingungen moderne und effiziente Kraftwerke, die bei schwankender Einspeisung der erneuerbaren Energien für die umfassende Versorgungssicherheit Deutschlands zukünftig noch dringend gebraucht werden, kaum wirtschaftlich betreiben lassen.“ In der Umfrage geben 62 Prozent der Befragten an, dass sich die Wirtschaftlichkeit ihrer konventionellen Erzeugungslagen gegenüber dem Vorjahr verschlechtert hat.

Das schwierige Geschäftsklima zeigt sich vor allem beim Rückgang von Investitionen. Über die Hälfte der Stadtwerke haben ihre Pläne zum Neubau von konventionellen Anlagen gegenüber dem Vorjahr zurückgestellt (37 Prozent) oder sogar ganz aufgegeben (16 Prozent). Mit 91 Prozent sind sich die befragten Stadtwerke einig, dass Preisspitzen alleine nicht ausreichen, um Investitionen in Erzeugungskapazitäten vorzunehmen. „Der Rückgang von Investitionen ist besorgniserregend. Den Strommarkt zukunftsfähig zu machen, heißt, ihn bezahlbar, nachhaltig und sicher zu machen. Und dafür sind flexible und effiziente konventionelle Kraftwerke unumgänglich“, so Reck.

Die Stadtwerke sind sich daher einig, dass weitere politische Schritte notwendig sind, um den Strommarkt zukunftsfähig zu machen. Mit 58 Prozent fordert die Mehrheit der Befragten von der Bundesregierung, einen Kapazitätsmarkt in Ergänzung zum Energy-Only-Markt (EOM) einzuführen. Nur 17 Prozent halten eine EOM-Anpassung und sieben Prozent eine Verlängerung der Reservekraftwerksverordnung bis 2022 für ausreichend. Die Einführung eines Leistungsmarktes, der das Bereitstellen gesicherter Leistung honoriert, bleibt eine zentrale Forderung des VKU.

Pressemeldung des VKU vom 01. Dezember 2014