Stadtwerke warnen vor SPAM E-Mails mit Falschinformationen zur Erdgasumstellung

Derzeit sind SPAM E-Mails im Umlauf, in denen der Empfänger unter Vortäuschung falscher Tatsachen aufgerufen wird, die Heizungsanlage zu erneuern. Die Behauptung: Durch die in Deutschland geplante Umstellung der Erdgasart (von "L" auf "H"-Gas) werde ein Austausch der Heizungsanlage unausweichlich. Daher sollten die Kunden jetzt die Heizungsanlage austauschen und dabei staatliche Fördergelder in Anspruch nehmen, die zu einem späteren Zeitpunkt wegfielen. Diese Behauptung ist schlicht falsch und deutet auf den Versuch hin, auf illegalem Weg Kundendaten zu erheben. Welche weiteren Ziele der Absender mit den Falschinformationen verfolgt, ist bisher unbekannt. Falls Kunden derartige E-Mails zur Erdgasumstellung von unbekannten Absendern erhalten, sollten sie diese auf keinen Fall öffnen, warnen die Lindauer Stadtwerke.

„Wir stehen seit vielen Jahren für eine sichere und zuverlässige Versorgung unserer Kunden mit dem umweltschonenden Energieträger Erdgas. Eine Umstellung der Erdgasart von „L“ auf „H“-Gas ist in unserem Versorgungsgebiet nicht notwendig, da unsere Kundinnen und Kunden bereits seit gut dreißig Jahren mit „H“-Gas versorgt werden“, berichtet Georg Gewinner. Die mit L-Gas versorgten Gebiete befinden sich hauptsächlich im Nordwesten Deutschlands. Sie reichen jedoch ebenso bis nach Südniedersachsen, bis zum Rhein-Ruhr- Gebiet und nach Südhessen.

In Deutschland werden derzeit zwei verschiedene Arten von Erdgas zum Beispiel zum Heizen oder Kochen und in der Industrie verwendet. Zum einen wird „H-Gas“ genutzt. Die Bezeichnung ist aus dem englischen Begriff „High Calorific Gas“ abgeleitet und kennzeichnet Erdgas mit einem hohen Energiegehalt. Zum anderen wird bislang in Nord- und in Teilen Westdeutschlands noch „LGas“

verwendet (aus dem Englischen „Low Calorific Gas“, also Erdgas mit im Vergleich zum H-Gas niedrigerem Energiegehalt). Die Netze, in denen diese beiden unterschiedlichen Gasqualitäten transportiert werden, werden getrennt voneinander betrieben.

Rund 60 Prozent des deutschen Gasbedarfs werden derzeit aus Westeuropäischen Quellen (21 Prozent aus Norwegen, 29 Prozent aus den Niederlanden, 3 Prozent aus Dänemark, Großbritannien, etc.) und heimischer Produktion (7 Prozent) gedeckt. Russisches Erdgas (40 Prozent) wird über die Ukraine, Weißrussland und seit dem Bau der Nord-Stream auch durch die Ostsee direkt aus Russland geliefert. Damit verfügen die deutschen Erdgasunternehmen über breit diversifizierte Bezugsquellen, deren Erdgasmengen über ebenfalls diversifizierte Transportwege importiert werden. Die Diversifikation der Importe war dabei in den vergangenen Jahren stabil und nimmt mit der zunehmenden Verfügbarkeit von LNG (Liquefied Natural Gas - Flüssiggas) noch weiter zu. Somit wird eine einseitige Abhängigkeit von einzelnen Lieferländern vermieden und die Versorgungssicherheit ist weiterhin gewährleistet.

Ein Blick ins Gaswerk der Lindauer Stadtwerke