„Wir wollen beste Qualität und höchste Sicherheit für unser wichtigstes Lebensmittel“

Die Wasseraufbereitung im Seewasserwerk in Nonnenhorn sowie die anschließende Wasserverteilung haben bei den Stadtwerken Lindau einen ganz besonderen Stellenwert. Regelmäßig investiert das Unternehmen deshalb in neue Technologien, um den Kundinnen und Kunden Trinkwasser von absolut reiner, natürlicher Qualität zu bieten und die Versorgung sicher zu stellen. Nach der Umstellung der Trinkwasser-Desinfektion von Chlorierung auf UV-Technologie Ende 2015 wurde im Januar die Automatisierung der gesamten Anlage im Seewasserwerk abgeschlossen. Projektleiter Tobias Ederer und der Leiter des Seewasserwerks, Georg Gewinner, freuen sich, dass das Seewasserwerk jetzt auf dem allerneusten Stand der Technik ist.

Für kein anderes Lebensmittel auf der Welt gibt es so viele und so strenge Grenzwerte, Vorschriften und Kontrollen wie für Trinkwasser. Die Stadtwerke Lindau betreiben zusätzlich im Seewasserwerk in Nonnenhorn ein staatlich akkreditiertes Betriebslabor zur ständigen Kontrolle der Wasserqualität. Im Verteilungsgebiet stehen jährlich 2,9 bis 3,2 Millionen Kubikmeter Trinkwasser mit besten Messwerten zur Verfügung. Damit werden die rund 40.000 Einwohnerinnen und Einwohner von Lindau, Bodolz, Wasserburg, Nonnenhorn und Kressbronn versorgt. In den Sommermonaten beliefern die Stadtwerke sogar bis zu 80.000 Wasserkunden. Der Bodensee ist der größte Trinkwasserspeicher Europas und er versorgt insgesamt ca. fünf Millionen Menschen mit Wasser - das sind jährlich 170 bis 180 Millionen Kubikmeter. Um die wertvollen Süßwasservorkommen zu schonen sind nachhaltige Konzepte für die Gewinnung und den Umgang mit Wasser notwendig. Dafür müssen zwingend neue Technologien und energieeffiziente Lösungen für die Wassergewinnung, Aufbereitung und Verteilung des wertvollen Nasses zum Einsatz kommen.

Eine Studie des Bayerischen Rundfunks vom Sommer 2015 über die Trinkwasserqualität belegt eindrücklich, dass bei sieben bayerischen Städten im Vergleich Lindau am besten abschneidet. Auch bei den Nitratwerten können Metropolen wie München, Augsburg, Regensburg und Rosenheim „den Lindauern buchstäblich nicht das Wasser reichen“.

Das Seewasserwerk ist auf dem neusten Stand der Technik

Wasser muss optimal gewonnen, gereinigt und aufbereitet und so sparsam wie möglich genutzt werden. Dieser Verantwortung haben sich die Stadtwerke Lindau mit dem Automatisierungsprojekt im Seewasserwerk in Nonnenhorn einmal mehr gestellt.

Über eine Million Euro investierten die Stadtwerke allein in den letzten drei Jahren in ihr Seewasserwerk. Seit Januar erfolgt die Steuerung der Wasserförderung und der Aufbereitungsstufen vollautomatisch und damit ist die Anlage nach den Planungen von 2012 bis 2014 und der Umsetzungsphase im Jahr 2015 jetzt auf dem allerneusten Stand der Technik. Sieben Kopfsteuerungseinheiten übernehmen die komplette Kontrolle über die Anlage. Theoretisch kann jede Einheit, in der jeweils individuelle Programme mit Arbeits-Abläufen hinterlegt sind, ausfallen. „Automatisch“ bedeutet dann, dass eine andere Einheit den Ausfall bemerkt und einspringt. „Uns war aber auch wichtig, dass bei einem Totalausfall der automatischen Steuerung die Kollegen die Anlage trotzdem auch zu 100% im Handbetrieb betreiben können, das heißt ohne jede Unterstützung der elektronischen Steuerung. Wenn beispielsweise starke Niederschläge oder Schneeschmelze das Wasser eintrüben und mehr Mineralstoffe transportieren als im Trinkwasser erlaubt sind, dann reagiert die Anlage ebenfalls automatisch: Sie weiß in solchen Fällen, dass jetzt mehr Filterspülungen und Messungen nötig sind und leitet diese Maßnahmen auch umgehend selbständig ein. Mit Hilfe der Glasfaser-Technologie kann die gesamte Anlage jetzt von der Leitstelle der Stadtwerke aus gesteuert und überwacht werden. Eine Notstromanlage sichert den dauerhaften Betrieb bei theoretisch möglichen Stromausfällen. Die Aggregate werden regelmäßig getestet – ein „echter Notfalleinsatz“ war laut Tobias Ederer noch nie erforderlich: ein sicheres Zeichen dafür, dass alle Anlagen und die Elektronik optimal eingesetzt sind.

Verantwortung übernehmen für Mensch und Umwelt

Georg Gewinner, Leiter des Seewasserwerks und Projektleiter Tobias Ederer sind sich einig, dass Investitionen in Anlagen und Netzerhalt sowie die Einführung neuer Technologien gute und wichtige Maßnahmen sind, durch die die Trinkwasserversorgung der Stadtwerke-Kundinnen und Kunden auf dem gewohnt hohen Niveau gehalten wird. Nicht nur, weil Vorschriften, Normen und Regelwerke das verlangen, sondern „weil wir für unsere Kundinnen und Kunden beste Qualität und höchste Sicherheit wollen und wir der Nachwelt eine energieeffiziente und schonende Wasserversorgung einfach schuldig sind“.

Viele weitere wichtige und aktuelle Informationen finden Sie auf der Stadtwerke-Homepage unter http://www.sw-lindau.de/wasser/privatkunden. Dort sind unter anderem die aktuellen Werte der Trinkwassergüte und die Härtegrade der einzelnen Versorgungsgebiete veröffentlicht, Sie finden aber auch wertvolle Tipps zum Wasser- und Energiesparen allgemein. manu/Bilder: SWLi

 

Am 22. März 2016 ist Weltwassertag

Der Weltwassertag wurde in der Agenda 21 der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung (UNCED) in Rio de Janeiro vorgeschlagen und von der UN-Generalversammlung in einer Resolution am 22. Dezember 1992 beschlossen. Seit seiner ersten Ausführung hat er erheblich an Bedeutung gewonnen. Der Weltwassertag hat in jedem Jahr ein spezielles Thema und soll auf die Bedeutung des Wassers für die Menschheit hinweisen.

Der diesjährige Weltwassertag am 22. März 2016 steht unter dem Motto „Wasser und Arbeitsplätze“. Im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen damit die Wasserwirtschaft und ihre facettenreichen Arbeitsplätze: Die Wasserver-, Abwasserentsorgung sowie die Gewässerunterhaltung vereinen vielseitige, krisenfeste Beschäftigungsmöglichkeiten mit nachhaltigen, gemeinwohlorientierten Aufgaben zu guten Bedingungen.

„In der Wasserversorgung zu arbeiten heißt, die Versorgung mit unserem wichtigsten Lebensmittel sicherzustellen – Trinkwasser“, erklärt Klaus Steiner, Geschäftsführer von den Stadtwerken in Lindau. 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr liefert die deutsche Wasserwirtschaft sauberes und schmackhaftes Trinkwasser, das direkt aus der Leitung genutzt werden kann. Damit das Trinkwasser von der Quelle bis zum Hausanschluss gelangt, sind viele Arbeitsschritte nötig. „Die Wasserversorger erledigen sie zuverlässig mit qualifizierten Beschäftigten in vielfältigen Berufsfeldern“, so Steiner.

In der Gewässerunterhaltung werden Ufer, Schutzflächen und Gewässer nach biologischen und landschaftspflegerischen Gesichtspunkten entwickelt und kultiviert. „Ziel ist die Erhaltung und Verbesserung der wasserwirtschaftlichen und naturräumlichen Funktion bis hin zur Schiffbarkeit. Dabei steht möglichst ganzheitlich Renaturierung und Umweltschutz im Vordergrund“, so Georg Gewinner, Leiter des Seewasserwerkes in Nonnenhorn.

„Die Wasserwirtschaft wird morgen genauso gebraucht wie heute. Die Arbeit ist sicher, die Betriebe und Unternehmen wenden die branchenspezifischen Tarife oder die Tarifverträge des öffentlichen Dienstes an und Arbeitsschutz wird hier groß geschrieben“, betont auch Jutta Kalhorn, Vorsitzende des Betriebsrates der Lindauer Stadtwerke. Und weiter: „Wasser und Arbeitsplätze bedeutet deshalb mehr als die Verrichtung eines Jobs. Es ist die Arbeit für das Gemeinwohl, für Umweltschutz und für die Sicherung der natürlichen Ressourcen. Wasser und Arbeitsplätze betrifft sowohl die derzeit lebenden als auch alle künftigen Generationen.“

Projektleiter Tobias Ederer und der Leiter des Seewasserwerks, Georg Gewinner, freuen sich, dass das Seewasserwerk jetzt auf dem allerneusten Stand der Technik ist.