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19. November 2021

Die Geschichte der Stadtwerke (Teil 3): Wasser - Beste Qualität aus dem Bodensee

Die Lindauer Stadtwerke haben eine lange und bewegte Geschichte – vom reinen Strom-Gas-Wasser-Lieferanten hat sich der Energieversorger im ständigen Strukturwandel der Branchen immer wieder anpassen, verbessern und verändern müssen. Aus dem städtischen Eigenbetrieb mit Werkleiter und Werkausschuss wurde 2005 als 100prozentige Tochter der Stadt Lindau die Stadtwerke Lindau (B) GmbH & Co. KG mit Geschäftsführer und Aufsichtsrat. Lesen Sie in diesem Teil unserer Serie über die Geschichte des Trinkwassers.

Seit 1947 reinstes Trinkwasser aus dem Bodensee
In den 1930er Jahren kam es erstmals zu Gesprächen und zum Austausch mit den Städten St. Gallen und Konstanz zum Thema „Entnahme von Trinkwasser aus dem Bodensee“. Beide Städte verfügten nämlich bereits über solche Anlagen und waren recht zufrieden damit. Trotz erfolgreich abgeschlossener Wasseruntersuchungen bereits im Jahr 1941 fehlte es schließlich an der notwendigen Initiative und das Thema wurde nicht aktiv angegangen. Die natürlichen Wasservorkommen im Gebiet der Stadt Lindau, die Hochquellen Hammer, Rickenbacher Tobel, Pulvertobel, Aeschacher Quellen (Golfplatz Schönbühl) sowie der Tiefbrunnen Heuried waren bis kurz vor dem zweiten Weltkrieg bereits voll genutzt und eine Teilversorgung durch den zusätzlichen Wasserbezug von der Wasserversorgung der Bodenseegruppe (heute Zweckverband Wasserversorgung Handwerksgruppe Hergensweiler) konnte noch die größte Wassernot lindern. Während und kurz nach dem Krieg war dann aber Wasser in Lindau und den Seegemeinden Mangelware. Am 20. September 1945 schließlich legten die Stadtwerke den Stadtoberen ihre Vorstellungen betreffend einer verbesserten Wasserversorgung vor, bekamen das OK und konnten aktiv loslegen. Mit der Inbetriebnahme des „Seepumpwerkes Nonnenhorn“ am 18. Juli 1947 wurde der Wasserversorgungs-Missstand beseitigt. Während der ersten Bauphase von 1946 bis 1948 wurde eine DN 400 Saugleitung mit 730 Metern Länge in einer Entnahmetiefe von 40 Metern unter dem Wasserspiegel installiert und das Maschinenhaus mit Pumpanlage (die maximale Fördermenge betrug 150 Liter pro Sekunde) sowie eine Chloranlage gebaut. In der zweiten Bauphase entstand von 1955 bis 1956 die Sandfilteranlage. Das Wasser wird in dieser Vorfilterstufe wie in der Natur auch durch Kies, Bims und Quarzsand gedrückt und derart gereinigt.
Durch die Verlegung der Ölleitung von Genua über die Bregenzer Bucht nach Ingolstadt wurden Sicherheitsmaßnahmen für einen eventuellen Ölunfall notwendig und es folgte von 1969 bis 1972 die dritte Bauphase: Pumpanlage, Vorfilter, Ozonanlage und Zwischenbehälter wurden neu gebaut, gleichzeitig wurde die Förderkapazität auf 280 Liter pro Sekunde ausgebaut. Während der vierten Bauphase von 1973 bis 1974 wurde eine DN 600 Saugleitung II mit 820 Metern Länge in einer Entnahmetiefe von 60 Metern installiert. Die Anlage zur Aufbereitung des Filterrückspülwassers entstand zwischen 1991 und 1993. Bis zum Jahr 1979 waren – zusätzlich zum Wasser aus dem Bodensee – die Quellanlagen und Brunnen zur Versorgung der Stadt Lindau und der Gemeinden Bodolz, Wasserburg, Nonnenhorn und Kressbronn noch mit in Betrieb. Seit 1979 ist das Nonnenhorner Seewasserwerk alleiniger Trinkwasserlieferant.

Warum eigentlich Nonnenhorn?
Dass das Lindauer Wasserwerk in der Gemeinde Nonnenhorn gebaut wurde hängt mit der Topografie des Bodensees zusammen. Nach eingehender Untersuchung stellte man damals fest, dass dort die geringsten Beeinflussungen des Alpenrheins zu erwarten sind und trotzdem noch keine zu große Entfernung zur Stadt Lindau besteht. Außerdem waren hier für eine Wasserentnahme in verhältnismäßig akzeptablem Abstand zum Ufer ausreichende Tiefen im See gegeben. Im Seepumpwerk – heute heißt es technisch richtiger „Seewasserwerk“ – wird aus 60 Meter Tiefe das Wasser zur Aufbereitung in das Seewasserwerk gepumpt, gereinigt und aufbereitet und von dort an die fünf Hochbehälter Hoyerberg, Reutin, Diepoldsberg, Wildberg und Streitelsfingen verteilt.

Investitionen für beste Trinkwasserqualität ganz ohne Chemie
Der 1974 montierte Saugentnahmekorb wurde im Oktober 2021 in Rente geschickt und durch ein neues Kupfermodell ersetzt. Am 11. Oktober installierten Taucher in einer aufregenden Aktion den neuen Korb, der rund 300 Kilo wiegt und mit Installation und allem Drum und Dran rund 120.000 Euro gekostet hat. Der alte rot-gelbe „Rentner“ steht heute als technikgeschichtliches Denkmal auf dem Gelände des Seewasserwerks. Die Umstellung der Trinkwasser-Desinfektion von Chlorierung auf UV-Technologie im Jahr 2013, die regelmäßige Sanierung der Hochbehälter, die sukzessive Sanierung der Hauptleitung und die Automatisierung der gesamten Anlage im Seewasserwerk waren Eckpfeiler der letzten Jahre und hielten die Wasserversorgung stets auf dem neuesten Stand der Technik.
Für kein anderes Lebensmittel auf der Welt gibt es so viele und so strenge Grenzwerte, Vorschriften und Kontrollen wie für Trinkwasser. Die Stadtwerke betreiben deshalb im Seewasserwerk auch ein staatlich akkreditiertes Betriebslabor zur ständigen Kontrolle der Wasserqualität. Im Verteilungsgebiet stehen jährlich 2,9 bis 3,2 Millionen Kubikmeter Trinkwasser mit bester Qualität zur Verfügung.

2020 hatte das Wassernetz der Stadtwerke Lindau eine Länge von 218 Kilometern und versorgte über 4.582 Hausanschlüsse 40.0416 Einwohner. Beeindruckende Bilder über den Bodensee und die Wassergewinnung bietet der  Film „Wasser aus dem Bodensee“.

manu/kim/KS/Quellen: „Fünfzig Jahre gutes Trinkwasser aus dem Bodensee“/Stadtwerke-Archiv/Fotos: Stadtwerke Lindau

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