Bilanz 2017: Gutes Ergebnis bei den Stadtwerken Lindau

In der jetzt vorgelegten Bilanz können die Stadtwerke Lindau auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurückblicken: Mit rund 2,9 Millionen Euro Jahresüberschuss liegen die Stadtwerke um 696.000 Euro über dem Vorjahr. Die Telekommunikations-Tochter der Stadtwerke hat dabei eine schwarze Null erzielt, bei weiter steigendem Kundenwachstum. Und auch die defizitäre Sparte des Stadtbusses ist im Ergebnis bereits berücksichtigt.

„Wir können mit dem Geschäftsjahr 2017 zufrieden sein; es zeigt, dass wir solide erfolgreich arbeiten“, freut sich Thomas Gläßer, Geschäftsführer der Stadtwerke Lindau. Der Jahresüberschuss von rund 2,9 Millionen Euro (2016: 2,2 Millionen Euro) kommt den Rücklagen der Stadtwerke Lindau (B) GmbH & Co. KG zugute. „Vor dem Hintergrund der Energiewende und der Digitalisierung steht die Energie- und Telekommunikationsbranche vor herausfordernden Aufgaben. Wir haben einen klaren Fokus auf diese Zukunftsthemen und stellen uns diesen.“

Zu den zentralen Aufgaben der Stadtwerke Lindau gehört als kommunal verankertes Versorgungsunternehmen die Pflege und Modernisierung der Infrastruktur der Netze, die Beibehaltung der hohen Versorgungssicherheit seiner Kundinnen und Kunden sowie das klare Bekenntnis zur Nachhaltigkeit. Die Steigerung des Eigenkapitals auf 28,6 Millionen Euro im Jahr 2017 wird für den Ausbau der Netz-Infrastruktur, für das Engagement rund um moderne Mobilitätslösungen und für den Auf- und Ausbau von Dienstleistungsangeboten eingesetzt. 2018 steigt die Investitionssumme der Stadtwerke dabei auf über vier Millionen Euro.

Investitionen zahlen sich aus

„Natürlich kostet das alles Geld“ gibt Stadtwerkechef Thomas Gläßer gerne zu, „das ist aber gut investiert in eine saubere und sichere Versorgung auch derer, die nach uns kommen“. So sanieren die Stadtwerke beispielsweise gerade den Wasser-Hochbehälter in Streitelsfingen. Rund 400.000 Euro investiert das Unternehmen in dieses Projekt und setzt dabei vorwiegend auf Partner und Spezialfirmen aus der Region.

Zur bereits jetzt gut ausgebauten Ladeinfrastruktur der E-Mobilität in und um Lindau mit 15 öffentlichen Ladepunkten sollen im Herbst eine weitere Ladesäule und eine Schnellladestation mit jeweils zwei Ladepunkten hinzukommen.

Dass sich dieses Engagement und diese Investitionen ausbezahlen belegt Thomas Gläßer am Beispiel der jährlich an die Bundesnetzagentur zu meldenden Unterbrechungen pro Letztverbraucher: Während die Bürgerinnen und Bürger 2017 im Bundesdurchschnitt knapp über zwölf Minuten ohne Strom waren mussten die Letztverbraucher im Versorgungsgebiet der Stadtwerke Lindau lediglich 5,81 Minuten auf ihren Strom verzichten.

Nachhaltig und verantwortungsvoll trotz schwierigem Umfeld

„Trotz des immer schärfer werdenden Wettbewerbes auf dem Energiemarkt, trotz massiv gestiegener Netzentgelte im Gas und trotz gestiegener Energiebeschaffungskosten im Strom konnten wir ferner unsere Preise für das Jahr 2018 stabil halten“ so Thomas Gläßer. „Auch in Zukunft bewegen wir uns in einem Spannungsfeld von sinkenden Margen im klassischen Kerngeschäft, immer neuen, immer aggressiver auftretenden Marktteilnehmern und einem hohen Kapitalbedarf für unsere Zukunftsaufgaben. Wir werden dabei weiterhin auf Ökostrom setzen und unseren Kundinnen und Kunden faire Angebote zu einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten“.

Gelungener Turnaround der Telekommunikation Lindau

Das Jahresergebnis der Telekommunikation Lindau vor Verlustübernahme für das Geschäftsjahr 2017 beträgt - 7.000 Euro und hat sich damit gegenüber dem Vorjahr um 374.000 Euro weiter verbessert. „Das können wir getrost als schwarze Null bezeichnen und uns über den gelungenen Turnaround freuen“ so der Geschäftsführer. „Es war die richtige Entscheidung, das Telekommunikationsnetz nicht an Dritte zu veräußern. Ein leistungsfähiges digitales Netz gehört heute unbedingt zur Daseinsvorsorge – ohne schnelle Datenleitungen – das hat auch die Bundespolitik mittlerweile verinnerlicht – geht künftig, denken Sie beispielsweise an sogenannte „Smart Meter“ (intelligente Zähler, die permanent Daten übertragen und abgleichen), gar nichts mehr“. So sieht der Stadtwerkechef gerade in diesem Bereich Chancen für regional tätige Infrastrukturinhaber und -betreiber. Parallel konnte die Telekommunikation Lindau die Zahl der Privat- und Geschäftskunden weiter ausbauen.

Zweieinhalb Mal zum Mond und Bodo-Beitritt

Die Stadtwerke tragen den Verlust des Stadtbusses mit rund 1,7 Millionen Euro (2016: rund 1,6 Millionen Euro). Dabei wurden 2017 pro Tag 6.284 Fahrgäste befördert, das sind rund 200 Personen täglich mehr als im Jahr davor. Insgesamt fuhren die türkisen Busse zusammen 928.370 Kilometer, im Vorjahr waren es 900.453 Kilometer. Das entspricht einer Strecke fast zweieinhalb Mal zum Mond.

„Den Beitritt zum Bodo-Verkehrsverbund haben wir professionell und mit viel Engagement seitens des gesamten Teams gestemmt, unser ÖPNV ist jetzt durch den Verbund noch attraktiver und kundenfreundlicher geworden“, so Thomas Gläßer. Sehr gespannt ist man beim Stadtbus auf die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie für die Beschaffung und den Betrieb von Elektrobussen im Stadtverkehr. „Diese Studie läuft noch bis 2019 vor dem Hintergrund, dass wir 2021 neue Busse beschaffen müssen“ verrät der Geschäftsführer.

Bestätigung und Motivation

„In Summe können wir mit unserem Ergebnis absolut zufrieden sein“ fasst Thomas Gläßer abschließend zusammen. „Die Verbundenheit unserer Kunden mit uns, die positive Entwicklung und der gelungene Einstieg in optimierte Prozesse sind für uns bei den Stadtwerken und den Töchtern die schönste Bestätigung und Motivation“.

Foto: Christian Flemming

Stadtwerke-Chef Thomas Gläßer: „Wir können mit unserem Ergebnis absolut zufrieden sein“