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„Für jemand, der Menschen mag, das Größte“

 

Am 22.Oktober 1994 startete das Lindauer Stadtbussystem als „Oktoberrevolution“ – heute hagelt es wegen der mangelnden Pünktlichkeit vielfach Kritik. Hat der Stadtbus die Kurve nicht gekriegt, wurde er totgespart oder schlecht geredet? Ein Gespräch mit René Pietsch und Gebhard Lindhorst über Hintergründe, Wünsche, Testphasen und Motivation.

Der Stadtbus startete als leuchtender Stern vor 28 Jahren. Ist der Lack ab oder was ist passiert?

René Pietsch: Bei allem Verständnis für berechtigte Kritik, Fakt bleibt: Welche Stadt in unserer Größenordnung leistet sich ein solches ÖPNV-Angebot und der Mut aller Beteiligten damals, diesen Weg zu gehen, war richtig, weitsichtig und eine geniale Entscheidung. Die Stadt hat sich – gerade innerhalb der vergangenen zehn Jahre – mächtig verändert, ich denke nur an jahrelange Baustellen, die Inbetriebnahme des Reutiner Bahnhofs und die dramatisch gestiegene Verkehrsbelastung auf Lindaus Straßen. Damit sind regelmäßig Behinderungen der Stadtbusse verbunden, die wir künftig dringend beeinflussen und im besten Fall vermeiden müssen.
Nicht immer konnte das System in der erforderlichen Weise angepasst und optimiert werden, politische Mehrheiten haben sich verändert, das Budget ist begrenzt und der Versuch, möglichst viele Wünsche zu erfüllen, brachte das System irgendwann an seine Grenzen. Und unsere dankbaren und treuen KundInnen der ersten Stunde, nämlich die, die Lindau noch ohne die türkise Flotte kennen und die einfach nur glücklich waren und „ihren“ Stadtbus schätzten, werden weniger. Die Anspruchshaltung und die Bereitschaft, auf die „Öffis“ zu schimpfen ist im Gegensatz dazu stetig angestiegen.

Das klingt frustriert…

René Pietsch: Nein. Unser Team hat den Anspruch, den Stadtbus wieder auf Vordermann zu bringen. Ich bin mein Berufsleben lang und an unterschiedlichen Orten Verkehrsmensch und weiß, dass die Probleme sich überall sehr ähneln. Und dass Menschen entsetzt aufschreien, wenn sich was ändert, auch das ist nur allzu menschlich. Tatsache ist aber halt, dass Veränderung zur Weiterentwicklung dazu gehört, und dass wir nichts verbessern können, wenn wir darauf bestehen, dass alles so bleiben muss wie vor 28 Jahren. Wenn wir dem Klimawandel etwas entgegensetzen wollen, dann wird sich das Mobilitätsverhalten grundlegend ändern müssen. Und dazu kann der ÖPNV entscheidend beitragen. Ob nun umgestiegen wird, weil´s günstig ist oder ob diese Entscheidung rein vom Angebot abhängt, das wird gerade sowohl deutschlandweit, Stichwort Neun-Euro-Monatskarte, als auch bei uns in Lindau, Stichwort Ein-Euro-Ticket und Testphase für das Optimierungskonzept, quasi „am offenen Herzen“ ausgelotet.

Sie sprechen von „heiligen Kühen“ wie beispielsweise dem Rendez-Vous-System oder dem ZUP-Standort?

René Pietsch: Auch. Damit wir wieder besser werden können, müssen wir was tun. Ein „weiter so“ geht halt nicht und – so schade das ist – man kann´s auch nicht allen recht machen. Die Optimierungs-Testphase mit Streckenkürzungen hat ja im Vorfeld auch hohe Wellen geschlagen. Zurecht ein Stück weit. Der Bus muss zu den Menschen kommen, damit er angenommen wird. Nicht umgekehrt. Darum fährt der Bus ja zum Beispiel auch durch den Inselkern. Aber nur mit Ausprobieren im Echtbetrieb können wir kluge Entscheidungen für die Zukunft treffen und unser System fit für die Zukunft machen.

Wenn Sie sich was wünschen dürften, was wäre das?

René Pietsch: Als erstes würde ich mir ganz viele Bewerbungen von BusfahrerInnen wünschen. Da sind wir echt am Anschlag. Und als zweites würde ich mir ein wenig von dem „Spirit“ zurückwünschen, den es früher gab und den ich nur aus Erzählungen meiner älteren KollegInnen kenne. Dass über gemeinsame, konstruktive und kreative Vorschläge gute Ergebnisse erzielt werden und dass wir ein bisschen von der Haltung „Wir schaffen das“ zurückerobern können. Dass es wieder „unser Stadtbus“ wird, den unsere BusfahrerInnen voller Stolz durch die Stadt fahren. Um den Stadtbus fit für die Verkehrswende zu machen braucht es neben einem klugen Konzept aber vor allem zusätzliche Finanzmittel. Das können die Kommunen, das kann auch die Stadt Lindau nicht alleine stemmen. Deshalb müssen Bund und Land die finanziellen Voraussetzungen für den künftigen ÖPNV schaffen. Der Green-Deal muss nicht nur gewollt, sondern auch finanziert werden.

Sie brauchen BusfahrerInnen?

René Pietsch: Ja. Ganz dringend. Ohne FahrerInnen kein Stadtverkehr. Das ist ein Knochenjob und die Damen und Herren brauchen oft Nerven wie Drahtseile, das kann aber auch richtig Spaß machen und erfüllend sein.

Herr Lindhorst, Sie sind nicht nur Fahrmeister sondern wann immer es geht auch Busfahrer. Immer noch aus Leidenschaft und Überzeugung?

Gebhard Lindhorst: Unbedingt! Für mich und die meisten meiner KollegInnen ist das das Größte! Wir sind die Könige der Straße und haben 286 PS unter´m Hintern! Aber mal Spaß beiseite. Mich fasziniert die Technik und die Größe der Fahrzeuge und mich faszinieren die Menschen, die einsteigen. Wenn ich bei zweistelligen Minus-Temperaturen morgens um sechs bei Schneegestöber die Haltestelle anfahre und in den Augen der Menschen Dankbarkeit und Freude sehe, dass der Bus da ist, dann geht mir das Herz auf. Immer noch. Wir haben nämlich eine ganze Menge lieber und freundlicher KundInnen, das darf man nicht vergessen. Wir machen Lindau mobil und es ist einfach nur gut, dass es den Stadtbus gibt. Als BusfahrerIn erlebst Du täglich noch echte Menschen, echte Geschichten und echte Emotionen – für jemand, der Menschen mag, ein toller Job!

Stadtbus testet ab 18. Juli das Optimierungs-Notfallpaket

 

Der Stadtbus muss möglichst schnell wieder pünktlich und zuverlässig werden. Nur so ist die Verkehrswende zu schaffen und nur so kann der Stadtbus bei den Fahrgästen wieder Vertrauen schaffen. Langfristig soll deshalb ein komplett neues Stadtbuskonzept entwickelt werden. Der erste Workshop dazu findet bereits im Juli statt.

Damit sich aber schnell was verbessert, werden ab dem 18. Juli versuchsweise die Maßnahmen umgesetzt, die der Stadtrat im Mai mehrheitlich beschlossen hat.

Ampelphasen werden erneut neu getaktet, Haltestellen leicht versetzt und die Bushaltestelle Aeschach stadtauswärts wird barrierefrei. Die einschneidendsten Maßnahmen bilden Streckenkürzungen auf vier von fünf Linien:

Linie 1: Auf dem Weg nach Oberhochsteg bleibt alles wie bisher, auf dem Rückweg zum ZUP fährt der Bus ab dem Kreisverkehr Heuriedweg nicht über das Wannental sondern direkt über Rickenbacher- und Steigstraße und hält an der Regionalbushaltestelle in der Rickenbacher Straße.

Linie 2: In Richtung Oberreitnau fährt der Stadtbus nicht durch die Holbeinstraße sondern über die Friedrichshafener Straße, wo auf Höhe der AOK die vorhandene Regionalbushaltestelle angefahren wird. Der Rückweg führt dann wieder wie bisher durch die Holbeinstraße zum ZUP.

Linie 4: In Richtung Alwind bedient der Stadtbus wie bisher die Haltestellen „Enzisweiler Post“ und „Johannes der Täufer“, während auf dem Rückweg der direkte Weg durch die Schachener Straße gefahren wird. Auf dieser Strecke hält der Stadtbus an der neu eingerichteten Haltestelle „Schachener Straße“.

Linie 5: Die Haltestelle Grenzsiedlung entfällt, Wendepunkt ist - wie in den Anfangsjahren des Systems - die Haltestelle Leiblachstraße.

FFP2-Maskenpflicht in Bayern aufgehoben

 

Die FFP2-Maskenpflicht in Bussen und Bahnen wurde zum 2. Juli 2022 aufgehoben. Künftig reicht das Tragen einer medizinischen Maske im öffentlichen Nahverkehr.

Die Maskenpflicht bleibt zwar weiter bestehen, jetzt kann aber jeder selbst einschätzen und entscheiden, ob er statt einer FFP2-Maske eine OP-Maske tragen möchte.

Der Sommer wird heiß: Ran an die Tickets!

 

Einen ganzen Monat für nur neun Euro mit dem Bus fahren – das verspricht das von der Bundesregierung beschlossene Neun-Euro-Ticket. Es ist für die Monate Juni, Juli und August erhältlich und deutschlandweit in allen Bussen und Zügen des Nahverkehrs gültig. Für den Stadtbus Lindau eine willkommene, weitere Aktion im Rahmen der ÖPNV-Offensive „Einstieg zum Umstieg“.

„Natürlich gilt das Neun-Euro-Ticket auch für unsere BestandskundInnen“, sagt Stadtbus-Betriebsleiter René Pietsch, „also InhaberInnen von Abo-Fahrkarten oder Schülermonatskarten“. Automatisch werden die Raten in den drei Aktionsmonaten auf neun Euro gesetzt. Für alle anderen KundInnen startet der Verkauf der Sonderfahrscheine am 23. Mai 2022 und ist über die Fahrscheinautomaten im Bus und im Stadtbusbüro am ZUP in der Anheggerstraße möglich.
Für René Pietsch steht fest: „Wir werden einen besonders großen Zulauf erfahren. Weil das Ticket ja deutschlandweit gilt und bekannt ist, werden Ausflügler und Urlauber in diesem Sommer verstärkt mit Bus und Bahn kommen und hoffentlich Gefallen an dieser klimafreundlichen Art des Reisens und Mobilseins finden. Im günstigsten Fall begeistern sich so viele neue Fahrgäste und erleben den ÖPNV auch als neue Freiheit: frei von Stress im Verkehr und frei von lästiger Parkplatzsuche“.

Infos vom Verkehrsverbund und Reise- und Ausflugtipps

Ein kleiner Anreiz für den „Einstieg zum Umstieg“

 

Wie schaffen wir die Verkehrswende und bringen die Menschen dazu, umweltfreundlich im ÖPNV mobil zu sein? Aus Überzeugung und gerne? Eine Frage, die René Pietsch, den Betriebsleiter des Stadtbus Lindau permanent umtreibt. Eine Stellschraube könnte dabei der Preis und daran wollen die Verantwortlichen beim Stadtbus ab dem 16. April testweise drehen. Bis Ende des Jahres bezahlen SeniorInnen (Rentenausweis bzw. Rentennachweis) und Jugendliche vom vollendeten 15. bis zum 18. Lebensjahr an Samstagen und Sonntagen für den Einzelfahrschein im Automatenverkauf nur einen Euro.
„Wir haben pandemiebedingt in den letzten beiden Jahren Fahrgäste verloren und die möchten wir gerne wiederhaben“ sagt Betriebsleiter René Pietsch. Vom Testbetrieb, der vom 16. April bis zum 31. Dezember diesen Jahres läuft, erhofft sich Pietsch aber auch Erkenntnisse darüber, ob Freipreissenkungen helfen, die ÖPNV-Nutzung deutlich zu steigern. Denn bei dem Thema, das weiß er nach jahrzehntelanger Erfahrung aus Arbeitskreisen und Verbandstagungen, scheiden sich die Ansichten der Verkehrsexperten: „Die einen sagen, allein das Angebot ist ausschlaggebend, die anderen meinen, nur der Preis entscheidet über das Mobilitätsverhalten“.
Umweltfreundliche Mobilität ist ein wesentlicher Faktor um den Anforderungen des Pariser Klimaschutzabkommens und dem Ziel des Bundesklimaschutzgesetzes für 2030 gerecht zu werden. Das große Ziel der Stadt Lindau ist es, bis 2035 klimaneutral zu werden. „Und da kann man sich nicht mehr einfach wegducken, da kommt es auf jeden und jede an“, weiß René Pietsch. Er vertraut dabei auf die Eigenverantwortung der LindauerInnen: „Wenn jeder einzelne seine Gewohnheiten ein wenig verändert, dann können wir in Lindau viel an Qualität gewinnen: Weniger Lärm und Verkehr, dafür bessere Luft und ein neues Bewusstsein. Vielleicht gelingt es uns ja mit unseren Ein-Euro-Angeboten einen kleinen Anreiz für den Einstieg zum Umstieg zu schaffen“.

„Technik, die top funktioniert“

 

Neue Hard- und Software für die Bordtechnologie der Stadtbusse wurde in den vergangenen Wochen in allen Bussen installiert, getestet und angepasst. Im laufenden Betrieb wurde die türkise Flotte nach und nach mit neuer Technik und mit Lesegeräten der österreichischen Firma TeleMatrik in Lauterach ausgestattet. Die Bordrechner steuern beispielsweise die Haltestellenansagen und Verlaufsanzeigen, kommunizieren mit den Ampelsystemen und der Stadtbus-App und ermöglichen das E-Ticketing. Die ausgefeiltere und moderne Technik mit stärkeren Signalen und kompatibler Software soll das Stadtbussystem wieder funktionell machen und die technischen Probleme der vergangenen Monate lösen. „Das ist eine super Technik, die top funktioniert“ ist Fahrmeister Gebhard Lindhorst begeistert. Und das will was heißen: So schnell ist der Fahrmeister nämlich nicht zufrieden und – was seine Busse und die Technik darin angeht – äußerst kritisch und pingelig. Darum ist er zusammen mit seinen KollegInnen froh um diese nötige und wichtige Investition. „Jetzt ist alles aufeinander abgestimmt, die Kommunikation in alle Richtungen funktioniert und die Bedienung ist einfach und klar“. Lesegeräte zum Check-In – Check-Out wurden an allen Türen implementiert, so dass die Fahrgäste sich jetzt nicht mehr bis nach vorne zum einzigen Lesegerät beim Busfahrer durchkämpfen müssen, wenn sie mit ihrer E-Card auschecken wollen.

Und auch vom Zentralen Umsteigepunkt in der Anheggerstraße gibt es gute Nachrichten: Die Monitore am ZUP wurden Ende Januar abmontiert weil zwei davon mit Gegenständen beworfen und mutwillig kaputt gemacht worden waren. Am Montag konnten die Geräte – jetzt durch Scheiben geschützt – wieder am ZUP montiert werden. Die Anzeige der Monitore geht automatisch in Betrieb, wenn die Busse am ZUP einfahren und zeigt die tatsächliche Reihenfolge der Linien an. So sehen die Fahrgäste beim Umsteigen mit einem Blick nach oben, wo ihr Anschlussbus steht.

Ein „starker Knoten“ für ein starkes System

Der Stadtbus reagiert auf die Veränderungen in der Stadt…

Große Veränderungen und so viele Baustellen wie noch nie – das haben die Lindauerinnen und Lindauer in den letzten Jahren erlebt. Die ganz großen Maßnahmen hatten dabei stets mit der Bahn zu tun. Jetzt ist ein Ende absehbar. „Endlich!“ hört man viele Anwohner seufzen. Lindau ist ein Juwel am Bodensee, nach all den Baumaßnahmen entlang der Schiene und im Zusammenhang mit der Landesgartenschau soll die Stadt jetzt noch schöner und lebenswerter werden. Die Stadtwerke leisten mit ihrer Stadtbus-Neuauflage dazu ebenfalls einen wertvollen Beitrag.

„Ganz viele Puzzle-Teilchen fügen sich immer weiter zusammen und das wird richtig gut“ freut sich René Pietsch, der Betriebsleiter des Stadtbus Lindau. Eine Stadt, die gleich zwei Bahnhöfe hat, von Vorarlberg her bestens bedient wird und außerdem amtlich bestätigt „fahrradfreundlich“ ist, könnte es Bürgerinnen und Bürgern künftig ermöglichen, ohne Auto zu leben und den nächsten Generationen eine klimafreundliche Öko-Stadt zu übergeben. „Mit der Neuauflage unseres Stadtbus-Systems ab Dezember möchten wir all diesen Bemühungen das berühmte Tüpfelchen aufsetzen“ kündigt René Pietsch an. Neben einer zusätzlichen Stadtbuslinie und optimierten Streckenführungen wird es neue Fahrscheinautomaten geben, die dann auch das E-Ticketing beherrschen. Und weil sie in die Jahre gekommen sind: Neue Haltestellen für den Stadtbus wurden ebenfalls ausgeschrieben und in Auftrag gegeben, verrät der Betriebsleiter.
Unzählige Stunden Denkwerkstatt und Hirnschmalz haben die Stadtbus-Verantwortlichen eingebracht, um auf das bewährte und geliebte Stadtbus-System Neues zu packen, die Verknüpfung mit der Schiene zu ermöglichen und gleichzeitig den größten Kritikpunkt der letzten Jahre – nämlich die Pünktlichkeit der Busse – zu verbessern. „Die Stadt hat sich verändert und weiterentwickelt. Und genau das tut unser Stadtbus ab Dezember auch“, berichtet der Betriebsleiter nicht ohne Stolz. Der Berliner Platz wird als „Starker Knoten“ künftig gleich von drei Linien angefahren: Von der neuen Linie 5 (Grenzsiedlung/Zech – ZUP – Insel), von der Linie 1, die als Ringverkehr zwischen Oberhochsteg und ZUP kreist und von der Linie 3, die künftig von Unterreitnau über den ZUP ins Zecher Gewerbegebiet fährt. Die Umstellungen erfolgen so, dass sich kurze und lange Linienäste wieder gegenüberstehen und so Zeitpuffer zum Aufholen von Verspätungen eingeplant sind.
„Die Herausforderung bestand für uns darin“ berichtet Pietsch, „auch weiterhin alle Haltestellen zu bedienen, das Rendez-Vous am ZUP im Halbstundentakt aufrecht zu erhalten und trotzdem Strecken zu fahren, die unseren Fahrerinnen und Fahrern ein flüssigeres Durchkommen möglich machen. So wollen wir zu mehr Pünktlichkeit und Verlässlichkeit zurückkommen“.


Die Linie 1
wird zwischen ZUP und Oberhochsteg zum „Ringverkehr“. Sie bedient ab ZUP den neuen Reutiner Bahnhof und fährt über die Rickenbacher Straße in die Schulstraße und folgt ab dort der jetzigen Linie 1 bis nach Oberhochsteg und von dort aus auf gleicher Strecke zurück zum ZUP.
Die Linie 2
verkehrt künftig von der Insel über den Inselkern und den ZUP nach Oberreitnau.
Die Linie 3
fährt von Unterreitnau über die Tobelstraße und den ZUP zur Haltestelle Gewerbegebiet Zech und bedient über einen Abstecher über den Kamelbuckel die neue Haltestelle „Therme Lindau“.
Die Linie 4
ändert sich nicht. Der Vierer fährt wie gehabt von Alwind über den ZUP zum Gitzenweiler Hof und über den Motzacher Wald zurück zum ZUP.
Die Linie 5
kommt hinzu. Sie fährt von der Insel über die Zwanziger Straße zum ZUP und von dort aus über BoGy, Blauwiese, Köchlin und Josefskirche zum Berliner Platz und von dort aus über die Bregenzer Straße bis zur Grenzsiedlung in Zech. In der Kemptener Straße wird in jeder Richtung eine neue Haltestelle „Josefskirche“ eingerichtet.
Da der Haltepunkt „Bahnhof Reutin“ zum Start im Dezember noch nicht fertiggestellt sein wird, halten die Busse der Linie 1 und 3 zunächst in beiden Richtungen in der Rickenbacher Straße an den Haltestellen „Berliner Platz“. Die Haltestelle der Linie 5 ist beidseitig in der Bregenzer Straße.

So sieht der Streckenplan aus

„Es wird auch künftig immer mal wieder Baustellen und Verkehrsbehinderungen in Lindau geben, die uns Verspätungen bringen“ fasst René Pietsch zusammen. „Mit dem neuen Stadtbussystem, das sowohl der Aufsichts- als auch der Stadtrat einstimmig unterstützen, sehen wir uns aber gut aufgestellt. Mit mehreren Promotion-Aktionen, neuen Fahrplänen und Info-Flyern möchten wir bis zum Dezember ausführlich über die neue Streckenführung informieren. Frei nach Georg Christoph Lichtenberg würde ich es mal so ausdrücken: Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser wird wenn es anders wird; aber so viel kann ich sagen, es muss anders werden, wenn es gut werden soll!“

Der Stadtbus sagt DANKE!

Danke an all unsere Fahrgäste und BesucherInnen, die uns beim Geburtstagsfest am ZUP so nett gratuliert haben, danke für die vielen interessanten und konstruktiven Gespräche und danke für jedes Lächeln! Danke an alle BusfahrerInnen, die täglich von früh bis spät unsere Flotte in Bewegung halten, danke an unsere MitarbeiterInnen und unseren Kaffeemacher und danke an unsere wunderbaren Promoter Niklas und Sophie. Es war ein toller Geburtstag!

Der Lindauer Stadtbus feiert seinen 25. Geburtstag

Am 22. Oktober 1994 startete das Lindauer Stadtbus-System und wurde ein echtes Highlight der Stadtgeschichte, für viele Lindauerinnen und Lindauer heute noch „mit das Beste, was sich Lindau je geleistet hat“. Dabei gibt es immer wieder Hürden zu nehmen und Klippen zu umschiffen, Veränderungen vorzunehmen, um stets auf dem Stand der Technik zu bleiben und auf Kundenwünsche einzugehen – „unterm Strich ist der Stadtbus aber seit einem Vierteljahrhundert der türkise Freund aller LindauerInnen und Lindauer und ein Lindau ohne Stadtbus mag sich niemand mehr vorstellen“ sagt René Pietsch, Betriebsleiter des Stadtverkehrs Lindau.

Immer wieder hat sich der Stadtbus verändert und sich an Neuerungen angepasst: Ob das nun städtebauliche und technische Entwicklungen oder berechtigte Kundenwünsche waren. „Was möglich ist, das versuchen wir umzusetzen“ so René Pietsch.  So wurden neue Haltestellen, neue Linien und neue Fahrscheine geschaffen, Handytickets wurden möglich gemacht, die Fahrzeiten an den Wochenenden verlängert und der Stadtbus wurde Teil des Bodo-Verkehrsverbundes.
Auch in Zukunft bleibt es aufregend und spannend, verraten die Stadtbusverantwortlichen. Seit Juli ist mit dem LI – SV 215 ein umweltfreundlicher und moderner Hybridbus im Einsatz und wird im Hinblick auf die nächste große Flottenausschreibung auf Herz und Nieren im Lindauer Netz getestet. Die in die Jahre gekommenen Stadtbus-Haltestellen sollen in den nächsten beiden Jahren ebenfalls erneuert werden. Eine große Anforderung dabei ist, besonders stark frequentierte Haltestellen mit einer dynamischen Anzeigetafel auszustatten. Kommt es zu einem Stau oder zu einer Verzögerung, weil der Bus durch eine Umleitung seine Route ändern muss, kann die Leitstelle die Wartenden innerhalb kürzester Zeit über das dynamische Fahrgastinformationssystem informieren.
Diese Information wird den Fahrgästen aber auch über die neue „Stadtbus-Lindau-App“ mitgeteilt. Damit können sich alle Fahrgäste überall via Smartphone oder Tablet informieren. Über den Reiter „Radar“ wird dem Suchenden beispielsweise angegeben, wie weit er von der nächstgelegenen Haltestelle weg ist, wann der Bus dort abfährt und ob es Verzögerungen gibt. Wo es sinnvoll und von den Kosten her tragbar ist wird der Stadtbus moderner, innovativer und auch digitaler und die Technik umweltfreundlicher. Damit leistet das System einen unschätzbaren Beitrag zum Klima- und Umweltschutz und zur Lebens- und Mobilitätsqualität der BürgerInnen dieser Stadt und wird auch die nächsten 25 Jahre der türkise Freund in Lindaus Straßen sein“.
Ein großes Geburtstagsfest wird es in diesem Jahr nicht geben, „wir wollen aber mit verschiedenen kleineren Aktionen unsere Fahrgäste beschenken, unterhalten und überraschen“ verrät René Pietsch. „Am eigentlichen Geburtstag am 22. Oktober gibt es am ZUP von 9 bis 11 Uhr und von 14 bis 16 Uhr Kaffee und Kuchen, die Sieger unseres Malwettbewerbs werden bekanntgegeben und wir benachrichtigen diejenigen SeniorInnen, die eine Jahreskarte bekommen, weil sie ihren Führerschein abgeben und an unserer Aktion „Den Lappen abgeben“ teilgenommen haben“.
Mit der Einführung des Stadtbus Lindau vor 25 Jahren haben alle Beteiligten Mut und Weitsicht im Hinblick auf Klimawandel, Energiekrise und demografischen Wandel bewiesen. Knapp 63 Millionen Fahrgäste wird der Stadtbus bis Ende diesen Jahres befördert haben, ist aus Lindau nicht mehr weg zu denken und freut sich auf die nächsten 25 Jahre.